Archiv für April 2010
Wohnungssuche
Das erste Problem für mich war die dumme Regelung der Uni, dass die Studierende ihr Goethe Card und damit Semesterticket ab 1 oktober bekommen. Bis dann musste ich jeden Tag 14 Euro bezahlen, um in der Stadt herumzureisen und Wohnung zu suchen.
Ich war bei Besichtigung von einem kleinen Zimmer, das für 3 Wochen gegeben wurde, nur für 250. Ich war in einem unmöbelierten Zimmer in Bornheim, nur für 400. ?? Menschen, ihr habt kein Vernunft. Ich war so enttäuscht, dass ich Anzeige gemacht hab, die am schwarzen Brett gehängt hab, und bin nach Hause gefahren. Ich hab einpaar SMS bekommen, ein Zimmer in Maintal für 300, ein Zimmer mit 2 Jungen, ein anderes Zimmer mit 2 Jungen, brrr. Ich wusste einfach nicht wohin. Deshalb entschloss ich mich für Maintal. Und dort traf ich die nettste Frau der Welt. Sie war soo~ toll! Eine nette Dame mit zwei Töchtern, die 2 kleine Zimmerchen zur Verfügung hatte. Maintal ist ziemlich weit von der Uni, aber ich hab mich verliebt…in die Zimmerchen, in die nette Familie, ins Haus. Ich hab mich schnellmöglichst eingezogen.
In diesem Haus war ich nur einen Monat, aber das war die beste Übergangsphase für mich. Ich war unter Deutschen, sprach immer besser und akzentfreier, lernte fleißig und war einfach froh, dort zu sein.
Aber die 2 Stunden, die ich jeden Tag verlor, um zu Vorlesungen zu gehen, fielen mir schwer. Und als ich von Katholischen Wohnheimen angerufen wurde, war ich sicher, dass ich das Zimmer annehme. Denn es war nur 3 U-Bahn-Stationen von der Uni entfernt.
So bin ich am 1 November eingezogen, 2 Mal fuhr ich nach Maintal, um mein ganzes Gepäch zu nehmen. Der Abschied mit der Familie war fast so sentimental, wie der mit meiner eigenen. Sie wünschten mir viel Erfolg, du bist ein mutiges Mädchen haben alle gesagt, und ich hab es endlich geglaubt.
Und mein Zimmer befindet sich am Ende der Welt, im fünften Stock in einer Gebäude ohne Aufzug, das letzte Zimmer im Flur. Möbeliert mit großem Tisch, Bett, Regalen, Schränken und Waschbecken. Mit 8 Nachbarn teile ich das Bad und die Toilette, aber es ist kein Problem. Mit 17 Nachbarn teile ich die Küche und naja, es ist kein großes Problem, aber nicht jeder hat meine Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung. Ich teile den Kühlschrank mit einem Chinesen und oft sehe ich unglaubliche Dinge drinnen. Es ärgert mich, dass ich das Gerfierteil nicht benutzen kann, weill dort voll mit seinen Gemüsen ist. Aber es geht. Ich muss nicht so anspruchsvoll sein. Ich bin froh, dass ich alleine in meinem Zimmer bin, denn ich hab Wohnheim in meiner Heimat gesehen, und dort sind 3 in Zimmer so groß, wie meine hier, haben keine Küche, keine große Tische, nur einen Schrank…entsetzlich. Deshalb bin ich zufrieden mit das, was ich hab. Ich träume nur davon, dass ich jeden Monat meine Miete und Krankneversicherung bezahlen kann.
Anreise in Fra
Am 12.09.09 bin ich in Fra gelandet. Ich war 60 kilo und mein Gepäck war 50 Kilo. Vor der Flug hatte ich nur Angst, dass die Check-in mich mit so viel Gepäck nicht fliegen lässt, obwohl es auf dem Ticket stand, dass ich so viel mitbringen darf. Ich hab nie daran gedacht, dass ich meine Familie verlasse, und ohne Laptop nach DE abfahre. Deshalb war ich entsetzt, als ich meine Eltern so verdammt traurig sah. Ich umarmte sie und ging mein Weg. Und nachdem ich schon im Flugzeug war, fühlte ich mich frei. Einfach frei. Schon hängt alles nur von mir ab, dachte ich. Ich hab mich gelogen, natürlich, nichts hängt von den Menschen ab, es gibt Schicksal, Glück und Pech, und wir können es nicht ändern.
Nach 2-3 Stunden in der Luft sind wir am Fraport gelandet. Ich ging aus mit zwei Taschen und 2 Koffer, die ich kaum tragen konnte, und eine Familienfreundin holte mich ab. Ohne ihre Hilfe würde ich nie vom Flughafen in die Stadt gelangen. Aber wir nahmen einfach den Zug zu ihrer Stadt (Nähe Hanau) und lasen eine Zeitung mit Immobilienanzeigen. Als ich die Mietpreisen sah, war ich entsetzt. Nichts war unter 400 oder 500 Euro pro Monat. Mir wurde schwindelig. Ich hab vergessen zu erwähnen, dass ich zu diesem Moment 40 Stunden nicht geschlaffen hatte. Aber am nächsten Tag fühlte ich mich fit. Wir fuhren nach Fra und besuchten die Uni, wo ich mich am nächsten Tag (Montag) immatrikulieren wollte und gingen einfach durch die Stadt spazieren. Mein Lächeln war so~ groß – ich war endlich in der Stadt, die ich nur von Bildern kenne, die Stadt, von der ich geträumt hatte. Meine Stadt. Frankfurt. Am Main.
(Ich fühlte mich manchmals so verloren, wie dieser Taube. ^^)
7 Monate später
7 Monate sind von der letzten Publikation vergangen und ich hab sooooo~ viel zu erzählen! Endlich habe ich auch Zeit und Möglichkeit, über alles zu schreiben, was ich erlebt hab. Das heißt über die Wohnungssuche in Fra, das Studium der Japanologie und Soziologie, das Glück, ein Zimmer in Wohnheim zu bekommen, Frankfurter Zoo, den Japan Tag in Fra in 2009, ein japanisches Konzert, den ich besucht hab…Ich fange heute an und hoffe in einem Tag alles zusammenzufassen, denn das Leben wartet auf mich nicht, und ab nächster Woche ist immer Neues los.
LG, Maggie

